Heilpädagogisches Reiten

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Seit Februar 2006 besteht an der Schule am Schlosserplatz für die Kinder des Schulzweigs Geistige Entwicklung ein Angebot im Bereich des heilpädagogischen Reitens. Derzeit nehmen 2 Reitgruppen zu je 6 Schülern an diesem Angebot teil. Angeleitet werden Sie von einer pädagogischen Mitarbeiterin welche über eine Zusatzausbildung zur Reittherapeutin verfügt und das Angebot auch leitet. Weitere Mitarbeiter der Schule begleiten das Angebot.Pferd

Die Gruppe mit den jüngeren Schülern fährt Mittwochs zum heilpädagogischen Voltigieren, hier geht es um erste Bewegungserfahrungen und motorische Übungen auf dem Pferd. Die Gruppe mit den älteren Schülern fährt am Freitag zum heilpädagogischen Reiten, hier geht es etwas sportlicher zu. Für diese Angebote stehen uns verschiedene gutmütige und gut ausgebildete Pferde zur Verfügung.

Schwerpunkt im heilpädagogischen Reiten und Voltigieren ist nicht die reitsportliche Ausbildung, sondern vielmehr die individuelle Förderung des ganzen Menschen auf körperlicher, geistiger, emotionaler und sozialer Ebene mit Hilfe des gezielt eingesetzten Therapiepferdes. Die Heilpädagogik orientiert sich dabei nicht an den vermeintlichen Defiziten und Schwächen des Einzelnen – Ziel ist es vielmehr, die jedem Menschen innewohnenden individuellen Kräfte zu wecken und zu fördern. Die Wirkung des Pferdes ist immer ganzheitlich – es wirkt auf den Geist, den Körper, alle Sinne, das Herz und die Seele, so werden natürliche und soziale Lernerfolge für eine positive Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht.

Das Pferd ist ein soziales Wesen, neugierig und kontaktbereit. Es ist in seinem Verhalten authentisch, konstant und verlässlich mit klaren Reaktionen, anhand derer man neue Verhaltensweisen erproben kann. Das Pferd wertet nicht und begegnet allen Menschen gleich; es vermittelt das Gefühl des „Angenommenseins". Die Wärme des Pferdes, das weiche Fell, sowie die unterschiedlichen Oberflächen (Schweif, Mähne, Hufe, Barthaare) bieten taktile Reize, animieren zu Körperkontakt und vermitteln ein Gefühl von Nähe. Die sprachfreie Kommunikation ermöglicht auch einen Zugang für Menschen, die der Sprache nicht gut mächtig sind. Pferde sind in Ihrer Versorgung vom Menschen abhängig. Sie fordern damit zu verantwortlichem Handeln auf, und somit zur Rücksichtnahme und das Eingehen auf ihre Bedürfnisse. Da die Kinder viele Aufgaben im Umgang mit dem Pferd noch nicht alleine meistern können, wird hier die gegenseitige Hilfe der Kinder zur Notwendigkeit und das „Miteinander" kann geübt werden.